In einer schon fast theatralisch wirkenden Inszenierung haben Fraktionsvorsitzender Jochen Backes, sein bisher eher farbloser Stellvertreter Manfred Gunkel und Polit-Novizin Dagmar Rode bei der gestrigen Jahreshauptversammlung ihren Austritt aus dem EBB erklärt.
Das Ganze wirkte so einstudiert, dass die Vermutung nahe liegt, die von Jochen Backes im Namen des EBB beauftragte Werbe- und Marketing-Agentur „Blattwerkstatt“ habe hier kräftige Vorarbeit geleistet.
Dennoch ist es den drei Abtrünnigen nicht gelungen, sich einen würdigen Abgang zu verschaffen, was sie möglicherweise auch gar nicht wollten. Ihr einstudierter sang- und klangloser Abtritt war an Larmoyanz nicht zu überbieten und kam bei fast allen Teilnehmern nicht gut an. Bis auf wenige Ausnahmen wurde ihr Abgesang als mickrig und weinerlich bezeichnet.
Keine Spur von Selbstkritik. Es waren wie üblich natürlich nur die anderen. Hinzu kamen vor allem die mehr oder weniger versteckten Vorwürfe an EBB-Gründungsvater Udo Bayer. Die Behauptung, er mische sich negativ in die laufende Arbeit ein, ist in der Sache absurd und sogar verleumderisch. Schließlich hat Udo Bayer seit zwei Jahren an keiner Sitzung der EBB-Ratsfraktion mehr teilgenommen. Backes Vorwürfe sollten sich inzwischen eigentlich totgelaufen haben, werden aber immer noch als Ersatz für eigene Hilflosigkeit und eigenes Unvermögen herangezogen.
Den Mut, den Namen und vor allem Fakten zu benennen, besaß allerdings keiner von den dreien. Insbesondere Fraktionsvorsitzender Backes beklagte zwar mangelnde Unterstützung, schlechten Stil und eine deutlich gesunkene Diskussionskultur, um sofort in die Opferrolle zu schlüpfen. Rode und Gunkel stimmten ihrem Vorsitzenden mit sichtlich durchfurchter Stirn zu, um gezielt den Eindruck zu erwecken, im EBB herrsche ein schlechter Stil und rüder Umgangston.
Tatsache ist vielmehr, dass es Jochen Backes nicht gelungen ist, die Fraktionsversammlung hinter sich zu bringen und auf Kurs zu halten. Genau das hatte er sich aber nach der maßgeblich von ihm selbst betriebenen Ablösung von Michael Schwamborn vor einem Jahr zum festen Ziel gesetzt, aber nicht erreicht. Also macht er sein eigenes Scheitern an den anderen fest. Noch simpler geht es kaum. Backes übersieht dabei jedoch, dass er mit seinen unglücklichen Auftritten das EBB in der Stadtgesellschaft in Abseits gerückt hat. Schlimmer noch: das EBB wird politisch unisono als nicht mehr anschlussfähig bezeichnet. Das ist das Erbe von Jochen Backes, dem er sich jetzt ohne jede Verantwortung entzieht.

Fazit: Backes ist in der CDU gescheitert, hat die AfD wegen angeblicher politischer Differenzen verlassen und ist dann dem EBB beigetreten. Hier hat er gestern erneut wegen Erfolglosigkeit das Handtuch geworfen.
Selbst dem unbedarften Leser wird spätestens an dieser Stelle klar, dass die Person Backes weder die für eine politische Führungsrolle notwendige Integrationsfähigkeit geschweige denn Integrationsbereitschaft besitzt. Er sucht den Konflikt mit dem Ziel der Spaltung.
Besonders bemerkenswert ist, wie souverän und professionell die EBB-Vorsitzende Brigitte Wawrowsky dagegen mit dieser auch für sie überraschenden Situation umgegangen ist. Unbeeindruckt hat sie die Hauptversammlung, in der auch eine Delegiertenwahl und eine Satzungsänderung auf der Tagesordnung standen, problemlos über die Bühne gebracht. Das verdient höchste Anerkennung.
Und genau diese Souveränität hat Backes leider nie an den Tag gelegt.

Brigitte Wawrowsky

Kai Hemsteeg